Swiss Innovation: Schweizer Finanzprodukte auf Bitcoin und Co

Swiss Innovation: Schweizer Finanzprodukte auf Bitcoin und Co

by April 3, 2018
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Machen Banken sich zu wenig Gedanken um Anlageoptionen bei Bitcoin?

Kunden fühlen sich bei Kryptowährungen von ihren Banken nicht ausreichend beraten, stellten Bilanz Autoren Erik Nolmans und Stefan Lüscher in der Februar Ausgabe des Bilanz Magazin fest.

Sie folgern, dies liege einerseits daran, dass viele Banken der rasanten technische Entwicklung hinterherhinken, andererseits sei es aber auch so, dass Privatanleger überzogene Vorstellungen vom schnellen Erfolg mit digitalen Währungen haben.

Die Schlagzeilen und vor allem Berichte in der Boulevardpresse zeigen gern junge Menschen, die Millionen gewannen nachdem sie frühzeitig auf Bitcoin setzten. Wer sich an diesen Berichten orientiert übersieht, dass Erfolgsstories gerne erzählt werden, während Verluste eher stillschweigend abgeschrieben werden.

Der Neid der Privatanleger, die bislang zögerten Kryptowährungen ernst zu nehmen, ist schnell geweckt, schildern die Autoren. Viele Anleger würden sich nun fragen: Wieso verpassen wir das?

Der Hype um Bitcoin und prominente Digitalwährungen steigt mit deren Kurs. Je höher die Kurse von Bitcoin, Ethereum, Ripple, und Litecoin klettern, desto grösser die Bereitschaft der Anleger, noch auf den fahrenden Zug aufzuspringen, so die Bilanz.

Privatanleger, die seit der Finanzkrise nur zögerlich investiert haben, hoffen nun mit cleveren Krypto-Investments aufzuholen.

Doch an wen können sich Anleger wenden wenn es an Wissen und Erfahrung im Umgang mit Bitcoin und Co. fehlt, sie aber auch vermeiden wollen, von Falschinformationen in die Irre geführt zu werden?

Die meisten Banken jedenfalls scheinen nicht ausreichend darauf vorbereitet zu sein, diesem Kundenwunsch entgegen zu kommen.

Einige Banken wie UBS raten Kunden schlichtweg davon ab, in Bitcoin zu investieren, schreiben die Autoren. Credit Suisse und Raiffeisen seien auch eher zurückhaltend.

Es sei erstaunlich, dass Banken sich so langsam an die neue Realität angepasst haben, erklärte Arthur Vayloyan, CEO der Finanzdienstleister Bitcoin Schweiz der Bilanz.

 

Neue Anlage-Produkte auf Crypto-Currencies

Dabei erzielen diejenigen die sich Mühe geben gute Erfolge.

Swissquote  ist eines von wenigen Geldhäusern in der Schweiz die seit Mitte 2017 den Handel mit Bitcoin anbieten. Später kamen 5 weitere Digitalwährungen hinzu die einzeln gehandelt werden. Das Angebot wurde extrem gut angenommen. Mehrere tausend Anträge auf Kontoeröffnungen zählte Swissquote-Chef Marc Bürki laut  einer Aussage gegen der Bilanz.

Kryptowährungen haben ein hohes Risikopotenzial und stellen genau deswegen für viele Investoren noch immer eine Hürde dar.

Ganz neu wird darum im Zusammenarbeit mit Leonteq gar ein diversifiziertes Crypto Zertifikat angeboten. Das Produkt bietet gemäss Swissquote eine optimale Balance zwischen den vier meist gehandelten Kryptowährungen:Bitcoin (BTC), Ethereum (ETH), Bitcoin Cash (BCH), Litecoin (LTC). Gehandelt wird das Produkt (Trading Symbol: SQCRTQ) an der Strukturierte Produkte Börse wo das Zertifikat in Zusammenarbeit mit Leonteq emittiert wurde. Somit kann das Produkt über jede Bank gekauft werden und nicht nur via Swissquote.

Dies können auch die kürzlich von Leonteq emittierten Einzel-Zertifikate auf die verschiedenen Crypto Währungen ETH , BCH und Litecoin.

Nach der erfolgreichen Einführung von Bitcoin-Zertifikaten und der erstmaligen Lancierung eines Short Tracker Zertifkates auf Bitcoin im Jahr 2017, bietet Leonteq somit erstmals einzelne Tracker Zertifikate auf Ether (ETH), Bitcoin Cash (BCH) und Litecoin (LTC) an. Gemessen an der Marktkapitalisierung gehören diese zu den fünf grössten Kryptowährungen.

crypto

Source: Coinmarketcap

Solche Lösungen stellt eine wichtige Alternative zu einer Direktinvestition in Kryptowährungen dar, da die Tracker Zertifikate den Investoren erlauben, an der Kursentwicklung von Ether, Bitcoin Cash und Litecoin zu partizipieren, ohne diese Kryptowährungen kaufen und digital speichern zu müssen. Investoren brauchen also weder Zugang zu unregulierten Börsenplätzen, noch sind sie mit intransparenten Abrechnungsprozessen konfrontiert.

Die Produkte werden an der Schweizer Börse gehandelt und werden sowohl in Schweizer Franken als auch in USD angeboten. Die Laufzeit ist auf 2 Jahre beschränkt, was absolut Sinn macht, da solche Coins keine Langfrist-Investments sind.

Bitcoin CashCHFCHF 68.0421.02.2020BCHCTQ37270391
LitecoinCHFCHF 12.2021.02.2020LTCCTQ37270388
EtherCHFCHF 39.4021.02.2020ETHCTQ37270385

 

Dies dürfte bei Schweizer Investoren gut ankommen und öffnet auch die Türen für Institutionelle Anleger, welche kaum direkt via eine Wallet Crypto Währungen kaufen dürfen.

Award für Bitcoin Zertifikat

Ebenfalls Rückwind bekommt Leonteq von den Swiss Derivative Awards die Ende März stattfanden. Eine Jury kürte dort  das Tracker-Zertifikat Short  auf Bitcoin von Leonteq zu einem der Sieger. Mit diesem Produkt wurde erstmals die Möglichkeit, auf fallende Bitcoin-Preis zu setzen, und zwar Wochen bevor Futures an den amerikanischen Börsen eingeführt wurden. Die Jury meinte dazu «Eine echte Innovation im Bereich der Kryptowährungen.»

Von mangenlende Innovation wie die Autoren der Bilanz schreiben, kann also keine Rede sein. Die folgende Tabelle zeigt einen Überblick (Stand Ende 2017) welche Schweizer Finanzprodukte für Privatanleger angeboten werden. So bietet auch die Bank Vontobel oder die Corner Bank Bitcoin Zertifikate and oder man kann diese auch via unregulierte CFDs kaufen, bspw. via IG Bank.

cryptocurrency related offerings from banks

Quelle; Fintech Studie Hochschule Luzern

 

Bockchain und Crypto Private Banking

Die Zürcher Falcon ist eine weitere Ausnahme: Sie schaffte es letztes Jahr, das weltweit erste an eine Blockchain gekoppelte Private Banking Produkt anzubieten.

Laut der Bank brachte dies einige Neukunden, vor allem bei einer neuen Zielgruppe schlug das Angebot an: technikaffine Millennials, die sich für Kryptos interessieren, die aber auch nicht auf die Sicherheit des traditionellen Banksystems verzichten wollen.

Ähnliche Angebote sind seit Ende Februar auch von der Liechtensteinischen Bank Frick im Angebot. Allerdings auch hier nur für profesionelle Anleger.

Im 2018 hat sich im «Crypto» Land Schweiz also schon viel getan und im internatiolen Vergeich ist die Schweiz mit diesen innovation Angeboten von Swissquote, Leonteq, Falcon und Co. gar führend.

Wir folgern darum, dass die Bilanz-Autoren im Grunde Recht haben, aber für informierte Anleger stehen mittlerweile eine Fülle von Produkten im Angebot, die es erlauben Crypto Währungen bequem via das Online Banking zu kaufen ohne kompliziert eine Wallet bei ausländischen Anbietern wie Coinbase zu eröffnen.

 

Featured image via Pexels

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