Finance 2.0 Konferenz– Key Insights

Finance 2.0 Konferenz– Key Insights

March 20, 2017
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Wie letztes Jahr hat Namics wieder vom Flagship Event der Finance 2.0 berichtet und die Konferenz kompakt zusammengefasst. Wer die Finance 2.0. also verpasst hat, der kann alles hier bequem nachlesen:

Von Matthias Bitzer 

Das diesjährige Programm setzt sich neben generellen Themen wie Artificial Intelligence oder der digitalen Identität (eiD), auch aus bankenspezifischen Themen wie Open Banking oder Robo Advisory zusammen. Wir geben einen kleinen Einblick in die Konferenz und teilen unsere Key takeaways zu den einzelnen Sessions.
The rise of Artificial Intelligence: Just a great sales story? – Pascal Kaufmann

Ein kritischer Blick auf den aktuellen Hype AI:

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  • Beware of the hype – there is no AI (yet): Oftmals befindet sich menschliche Intelligenz hinter dem Label „AI“. Sogenannte „tinned human thoughts“ der Entwickler und damit Menschen im Hintergrund der Applikation und keine echte künstliche Intelligenz.
  • Forget about Deep learning: Von der Ursprungsform des Neuralen Netzwerkes (Perceptron, 1957) bis heute sind nur mehr „hidden layers“ dazugekommen. Die einzige Entwicklung heute ist, dass die verfügbare Rechenleistung extrem gestiegen ist. Das menschliche Gehirn ist viel komplizierter aufgebaut, Neuronen wachsen und entwickeln sich flexibel weiter. Aber das Gehirn ist im Vergleich wesentlich langsamer.
  • The human factor is the differentiation in these days: Alles zu automatisieren ist nicht die Lösung
  • Human worker 2.o: Damit wir mit der Entwicklung mithalten können, müssen wir die technischen Möglichkeiten ausschöpfen. Bsp. Holo Lens zu Hause bei Pascal.

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  • Closing statement: „It is up to you what will be automated and what should not be automated“

The Cognitive Bank: Use Cases – Marc A. Geiger

  • 4 Hauptfähigkeiten von AI: Understand, Reason, Learn and Interact

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  • Banken die es schaffen die Fähigkeiten von AI zu nutzen, werden zur „Cognitive Bank“
  • „IBM Watson could allow bankers to drop boringwork and let them focus on what matters most: client interaction.“
  • Banken sollten von theoretischen Diskussionen über Themen hin zu konkreten Piloten gehen

More advanced than humans and score cards? – Jonas Muff

  • Zusammenarbeit mit Intrum Justitia und Merantix
  • Einsatz z.B. im Kreditvergabeprozess, Beurteilung der Kreditwürdigkeit anhand unterschiedlicher Faktoren
  • How does it work?

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What the hack? 30 hours to the prototype at the 3rd SIXHackathon – Andreas Iten

  • Kleine Vorstellung des SIXHackathon 2017: https://www.six-group.com/about/en/site/hackathon.html
  • 31 Projekte wurden am Ende eingereicht, hier einige Facts & Figures:

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Die Projekte müssen im Entfernten mit Finance zu tun haben, es wurden vier Themenkomplex-Workshops als Anregung gegeben:

  • Augmented Reality in FinTech
  • Digitalisierung der Rechnungsverarbeitung
  • Machine Learning für Regulierungsanforderungen
  • Location-based Loyality Services

Vorstellung des Gewinners 2017, „Waitless“:

  • Ein wenigen Sekunden eine Bestellung direkt per App aufgeben und bezahlen
  • Das Ziel: Wartezeiten bei Takeaways reduzieren
  • Nutzung von Conversational Interface

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How Smart-Contracts can Revolutionize Asset Management –  Mona El Isa (CEO & Co-Founder Melonport)

  • The rise of a new asset class – „Crypto“: Wir sehen aber einigen Widerstand dagegen, was historisch betrachtet jedoch nicht neu ist

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  • Melonport baut eine Art Blockchain Backend, resp. ein Open-Source Protokoll „The Melon Protocol“ als Basis für das Asset Management, welches auf der Ethereum Plattform aufbaut: https://melonport.com/
  • Die Vorteile in kurz:

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Open Banking: Banks that open up will be able to take banking to the next level  – Thomas Ruck

  • API driven world: Es gibt bereits eine Vielzahl an Services, doch diese sind bis jetzt nur die Spitze des Eisberges. Wir stehen vor einem grösseren Shift, der auch durch neue Regulationen getrieben wird.

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  • Banken Dienstleistungen werden sozusagen atomisiert (erinnert an die Aussage des „Unbundling of a bank“).

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Drittanbieter werden durch das Open Banking eine Direktintegration von Banken-Services in ihre Applikationen anstreben. Einige Beispiele für die genannten „Living Services“ (predicted use cases):

  • Knip: Wird zum Finanzverwalter und erlaubt direkte Banktransaktionen.
  • Digitec: Kann direkt Kreditvorschläge geben für ein Produkt verbunden mit der Bank.
  • Blacksocks: Erlaubt nun ein automatisches Abbuchen vom Socken Abo.
  • Comparis: Wird zur „automated buying plattform“ und erlaubt den direkten Kauf und Wechsel von unterschiedlichen Produkten, immer zum besten Preis.
  • Swisscom: Kosten direkt teilen in einer Wohngemeinschaft und immer das beste Angebot bekommen.
  • Interdiscount: Automatisches Zurückerstatten von Retouren ohne zusätzliche Angaben von Zahlungsmitteln.

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  • an many more 🙂
  • Kuoni: Gruppenbuchungen und ein direktes Teilen der Kosten unter den Reisenden.
  • Manor oder Jelmoli: Personalisierte Angebote mit der Verbindung zum Konto.
  • Banken müssen also mit Ideen aufkommen, wie sie „living services“ kreieren können durch Partnerings mit Marken und Fintechs. Dabei steht im Kern die Herausforderung, dass Visibilität gegenüber dem Kunden generiert wird.
  • Die Reise dort hin ist ein langer Weg und beginnt mit dem regulatorischen Schock (z.B. Einführung der PSD2). Die Exploration ist dabei die wichtigste Phase. Der potentielle Weg:

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Es gibt vier strategische Optionen (sowie einen Mix von diesen), wobei die letzten beiden die umfassendsten sind:

  • Provide core utility
  • Provide platform & monetization
  • Provide advice & new living services
  • Expand Ecosystem and aggregate value

Egosystem? Ecosystem! How TWINT as a payment joint venture provides real added value to customers, merchants and banks (LIVE DEMO) – Thierry Kneissler und Andreas Kubli

  • Es verändert sich viel im Payment Bereich
  • Die vier Core beliefs von TWINT:
    • Die Lösung der Banken: CH ist kein kreditaffines Land, es geht also um eine Direktanbindung von Konto & Karte
    • Überall bezahlen: Es geht nicht nur um Mobile Payment, sondern um eine umfassende Lösung die an allen Stellen funktioniert. Also auch am POS oder im Webshop.
    • Mehr als bezahlen: Mehrwert für den Kunden generieren durch die Integration von nahen Themen wie Kundenkarten.
    • Schweizer Innovation: Eine Lösung für die Schweiz, die die lokalen Bedürfnisse adressiert.

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  • Das Netzwerk von TWINT und der Unterschied bisher zu Playern wie ApplePay: Die grossen Issuer wie UBS, ZKB, CS oder Raiffeisen sind mit an Board

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  • Timeline: Ab März kommt TWINT bei UBS und ZKB, more to come

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Drei Use Cases vom neuen TWINT werden in einer Live Demo gezeigt:

  • P2P Payment bleibt so einfach wie bisher
  • Zahlung im Webshop wie Digitec per QR Code

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  • Zahlung am POS mit integrierter Kundenkarte wie der Supercard. Cumulus wird es vermutlich nicht geben 😉
  • Small Merchant: Zahlung bei Eishändler oder
  • Rechnungen einfach bezahlen: QR Code auf Rechnungen abscannen und direkt per Paymit zahlen
  • Integration mit UBER

The digital banking story. A glance behind the scenes (LIVE DEMO) – Hanspeter Wolf & Nina Schneider

  • Kleine Demo der Appway Lösung mit einer End-to-End Experience eines Abschlusse inkl. E-Signature und Dokumenten-Upload sowie des Background Checks durch den Kundenberater

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  • „Never let your user alone, use Co-browsing and other options“
  • Zwei Empfehlungen:
    • Connect your employees with your customers
    • Connect your physical with your digital world

Revolut: Beyond banking

  • Die Story der Unternehmung begann durch eine Reise des Gründers auf welcher er enorme Bankengebühren für Wechselkurse und sonstige Leistungen ausgab
  • Die derzeitigen Leistungen: https://revolut.com/

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  • Heute: 2 Transaktionen alle 2 Sekunden
  • Integration eines Chatbots im Kundensupport und damit Reduktion von 24% der Fälle

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  • Multicurrency Accounts für Unternehmen: Bereits jetzt 8’000 Registrierungen
  • Launch nun auch in der Schweiz (Startcode „FINANCE“)

eID: Key to business growth and innovation? – Vincent Jansen

  • Die elektronische ID (eID) ist ein zweiseitiger Markt, der durch drei Kernfaktoren getrieben wird: Reichweite, Konversion und Kosten
  • 3 Key Messages:

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Pic from: @RemoSchmiedli

  • In Europa gibt es eine Vielzahl an unterschiedlichen Anbietern, die entweder durch öffentliche oder private Institutionen lanciert wurden

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Pic from: @finance20ch

A digital identity for Switzerland: What can banks offer in the debate over digital identity – Andreas Kubli (UBS), Peter Gassmann (AdNovum), Vincent Jansen (Innopay), Urs Fischer (SwissSign)

  • Swiss Sign: One ID – One Vision
  • Lösung der Swisscom, UBS und Credit Suisse
    • Bestehende Lösungen können verwendet werden, wie z.B. UBS Access App oder CS SecureSign. Es hilft auf den bereits bestehenden Systemen aufzubauen, um nicht eine komplett neue Lösung zum Fliegen bringen zu müssen
    • Die Daten sollen nur durch die jeweiligen Unternehmen verwendet werden können
    • Es soll keine Konkurrenzsituation wie bei Paymit und TWINT entstehen, da diese enorme Reibungsverluste mit sich bringt

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  • Die Customer Experience oder auch Convenience muss im Zentrum der Lösung stehen. Es besteht hier aber ein Trade-off mit der Sicherheit.
  • Nach einer Umfrage von AdNovum wollen Kunden in der Mehrheit nicht Anbieter wie Google als einen Identity-Provider für alle Dienste. Der Kunde sollte selbst frei wählen können, ob er die eID verwenden möchte oder nicht und welcher Anbieter es sein soll.
  • Experience: Banken haben viel Erfahrung mit der Identifikation durch eine Millionen von sicheren Logins pro Jahr. Dieses Experience Know-How kann massgeblich für die Lösung einer eID verwendet werden.
  • Vertrauen muss im Zentrum stehen. Es ist dabei wichtig, dass die Daten nicht in einer Datenbank zusammengeführt werden, sondern dezentral bleiben. Auf diese Art und Weise entsteht kein „single point of failure“, der z.B. gehacked werden kann. Die Problemgrösse wird so automatisch eingeschränkt. Beispiel in UK, dort gibt es unterschiedliche zugelassene Identity Provider und nicht einen zentralen.

Emotional Engagement with Robo Advisory – Silvan Schriber

  • Emotional Engagement im Wealth Management als neuer Ansatz, anstatt dem reinen Robo Advisory:

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  • Zeitgeist Battles als tiefere Informationsbasis, ob jemand etwas zu seinem Portfolio hinzufügen möchte oder nicht: https://www.werthstein.com/

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Fintech from an investment perspective: Hype or still the next big thing? – Florian Schweitzer (b-to-v Partners), Cédric Köhler (Creathor Venture), Ralph Mogicato (Swiss ICT Investor Club), Michael Sidler (Redalpine)

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  • Der Fintech Bereich ist sehr breit geworden und vieles wird mittlerweile mit diesem Label versehen. Die Frage ist ob es ein Fintech first case oder nur ein kleines Fintech Element in der kompletten Lösung ist. z.B. Fintech im Healthcare Bereich oder der Logistik
  • Es gibt noch nicht so viele attraktive Fintechs im europäischen Raum. Die geografischen Zentren sind sicher England (London, v.a. B2B), Deutschland (Berlin, v.a. B2C) und Schweiz (Zürich). Im Ausland ist neben dem Haupt-Land USA relativ wenig zu sehen, auch in Asien.
  • Ein paar Statements der VC’s aus dem Panel :
    • Michael Sidler fehlt eine KYC Lösung
    • Robo Advisors sind nicht sexy für Angel Investors sagt Ralph Mogicato, er präferiert alles aus einem universitären Innovation Lab
    • Zürich ist für Cédric Köhler der grösste Fintech Cluster in Europa
    • Ralph Mogicato fehlen in der Schweiz Geschäftsmodelle mit einem hohen Wachstumspotential

Invisible Man – Someone is always watching: The Methodical approach of Cyber Criminals (LIVE DEMO)  – Cyrill Tröndle & Andrei Avădănei

  • Myth 1: „My company doesn’t need a security software“

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  • „Treat your company as an ancient castle and data as your treasure“

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  • There is no safe OS: iOS, OSX und Linux sind genauso betroffen wie Windows oder andere Systeme
  • Alle Untermehmen sind davon betroffen, egal ob klein oder gross

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  • „Never use the same password twice“

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  • Sicherheitslücken können grosse monetäre Schäden verursachen

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  • Einige Analogien: In anderen Situationen schützen wir uns ebenfalls, z.B. Airbag für das Auto oder ein Helm beim Fahrrad Fahren. Schutz vor Identitätsdiebstahl im Internet https://darksecure.ch/

Fintech innovations on stage

Futurae: https://futurae.com/

  • Eine Authentifizierungs-Lösungs Suite mit innovativen Features wie der SoundProof Technology für eine einfache aber sichere Authentifizierung
  • Die Lösung im Vergleich:

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Swissborg. Cyborg Robo Advisory: https://swissborg.com/

  • Eine Investment Plattform die AI Technologie einsetzt,

Muume:  https://muume.com/

  • Der Benutzer hat heute eine Vielzahl an Services die digitalisiert werden. Es erzeugt für ihn einen enormen Zeitaufwand alle diese Services einzeln zu bewirtschaften. Muume stellt eine zentrale Plattform für digitale Services bereit, z.B. den Deutschen Sportausweis


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Sonect – Your virtual ATM: https://sonect.io/

  • „60% in CH are still using cash“
  • Global gesehen sind es sogar 85%

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  • ATMs sind aber nicht günstig für Banken
  • Das Ziel von Sonect ist den Cash Bezug zu vereinfachen und nicht an einen bestimmten Ort zu binden. Warum also nicht beim Pizza Liferanten eine Pizza und 50 CHF Cash bestellen?

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Artikel erschien zuerst auf dem blog.namics.com 

Nachmittag

 

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