Wo bleibt nur der Boom für Elektroautos?

Wo bleibt nur der Boom für Elektroautos?

by March 20, 2017
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  

Die Autoindustrie gibt betont nur sehr langsam Gas bei der Herstellung der Umweltfreundlichen. Mit einem Fuss bleibt man immer noch fest auf der Kupplung, und fährt eher zweigleisig bei der Herstellung, und warum sollte es auch anders sein? Denn noch ist der Markt vorhanden, die Diesel und Benziner rollen fleissig vom Fliessband.

In Deutschland sind in 2016 so viele Autos verkauft worden, wie lange nicht mehr. Mit einer Steigerung von fast fünf Prozent wurden im letzten Jahr 3.35 Millionen Neuwagen verkauft, auch Gebrauchtwagen gingen weg wie warme Semmeln. Insgesamt wurden beim Kraftfahrtbundesamt 8,37 Ummeldungen verzeichnet.

Die Frage ist, was muss geschehen, damit die Masse der Autokäufer beginnt, umzudenken? Mit Zuckerbrot hat es nicht funktioniert. Ganze 5.000 Euro will der Deutsche Fiskus dazugeben, legt man sich ein Elektroauto zu. Bei Hybriden sind es nur noch 3.900 Euro, doch immerhin kann dies die Entscheidung versüssen. Funktioniert hat es nicht, oder nicht in dem Masse, wie der Erfinder sich das gedacht hatte. Bis zum 1. Januar wurde die E-Auto-Prämie gerade mal rund 9000x genutzt, obwohl die Möglichkeit bereits seit mehr als einem halben Jahr besteht.

Bei der Anschaffung eines Gebrauchtwagens, je nach Alter, werden zwar Faktoren wie Ersatzteile, neue Räder oder was sonst so anfallen kann, bei der Preiskalkulation hinzuaddiert. Doch in der Regel denkt man eher kurzfristig, über wenige Jahre, daher sei dem Käufer eines Gebrauchtwagens verziehen.

Beim Kauf eines Neuwagens denkt man jedoch längerfristig, man möchte möglichst lange etwas davon haben, oder es irgendwann zu einem vernünftigen Preis weiterverkaufen können. Die Anschaffungskosten werden im Idealfall in Zusammenhang mit einer möglichen Änderung der Marktentwicklung beurteilt. Diese Entwicklung steht vor der Tür, dennoch wollen viele sie nicht wahrhaben.

In Frankreich z.B. werden autofreie Zonen kreiert, Fahrzeuge mit Baujahr 1996 und älter sind in manchen Städten in der Innenstadt nicht mehr zugelassen. Was beginnt wie einst die Verbannung der Zigaretten in separate Raucherzimmer in Unternehmen, welches mit völliger Verbannung der Glimmstengel aus den Gebäuden endete, beginnt auch für die Diesel- und Benzinfahrzeuge. Jetzt in Frankreich, morgen in Deutschland.

Voraussage des Booms für 2020

Laut des Reports „E-Mobility – vom Ladenhüter zum Erfolgsmodell“ des internationalen Marktforschers YouGov in Zusammenarbeit mit dem Center of Automotive Management konnte sich der Autokäufer in Deutschland mit dem Elektroauto noch nicht so ganz anfreunden.

Bei den Verkaufszahlen gab es in 2016 keine Steigerung zum Vorjahr, sondern bei den reinen E-Autos war ein rückläufiger Trend zu beobachten (minus 3,5 %). Die einzige Neuerung, die Chancen hat, ist das Plug-In-Hybrid, dessen Akku sowohl über den Verbrennungsmotor als auch am Stromnetz geladen werden kann. Man verlässt sich gerne auf traditionell funktionale Lösungen, es liegt ja in der deutschen Mentalität, Neuerungen gegenüber eher skeptisch zu sein.

Doch dies wird sich in den nächsten ein bis zwei Jahren ändern, und wir werden im Jahr 2020 endlich den Boom für das Elektroauto sehen, so wie auch der Rest der Welt.

Mehr Infos auch unter. https://yougov.de/loesungen/reports/studien/e-mobility-vom-ladenhuter-zum-erfolgsmodell

 

 

Featured picture via Pixabay.com by OpenClipart-Vectors

Print Friendly
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •