170 Fintech Pleiten in 2.5 Jahren in Deutschland

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by July 5, 2019
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Die deutsche FinTech-Branche boomt – allerdings kennt die Euphorie auch eine Kehrseite, die bislang kaum beleuchtet wird.

Während einzelne Finanz-Startups immer grösser werden, geben viele andere oftmals unbemerkt auf. So zeigt der aktuelle Auszug des FinTech-Kooperationsradars von PwC, dass seit 2011 insgesamt 233 hiesige Finanz-Startups ihr Geschäft eingestellt haben.

Bereits 233 Fintechs haben ihr Geschaft eingestellt

Dabei fällt auf, dass sich die Geschäftseinstellungen nicht erst in diesem oder dem vergangenen Jahr häufen, sondern dass dieser Trend schon 2017 begann. Hatten bis dahin nur einzelne Finanz-Startups aufgegeben, stieg die Zahl der Geschäftseinstellungen laut PwC-Kooperationsradar vor zwei Jahren auf 62 steil an. Im Jahr darauf verschwanden dann schon 74 FinTechs, und in diesem Jahr waren es bis Ende Mai 34 – so viele wie noch nie zu diesem Zeitpunkt.

Nun sei es „ein völlig normaler Prozess, wenn junge Firmen scheitern, auch in insgesamt boomenden Branchen“,

sagt Sascha Demgensky, Leiter FinTech bei PwC in Deutschland.

„Allerdings gab es bislang keinerlei quantitative Anhaltspunkte, wie weit das Scheitern von Startups im Finanzsektor bereits vorangeschritten ist. Insofern hilft unsere Erhebung, die Entwicklung in Zukunft besser einordnen zu können.“

Gescheiterte FinTechs sind im Schnitt vier Jahre alt

Die Geschäftseinstellungen von FinTechs sind auch für das Kernthema des PwC-Kooperationsradars relevant – nämlich: Worauf haben Banken und Versicherer zu achten, wenn sie mit Finanz-Start-ups kollaborieren.

Laut PwC-Kooperationsradar sind Finanz-Startups, die ihre Geschäfte einstellen, im Schnitt knapp vier Jahre alt – womit die seit nunmehr gut zwei Jahren zu beobachtende Schließungswelle bei FinTechs also auch eine Folge der Gründungseuphorie in den Jahren 2015 und 2016 zu sein scheint.

Dieser Effekt lässt sich auch aus der geografischen Verteilung der Schließungen ableiten: Die verschwundenen FinTechs hatten ihren Sitz jeweils dort, wo zuletzt besonders viele gegründet wurden – also in der Start-up-Hauptstadt Berlin (74). Dahinter folgen nahezu gleichauf München (25), Hamburg (21) und Frankfurt (20). 48 Prozent der gescheiterten FinTechs wandten sich mit ihren Produkten und Services direkt an den Endverbraucher. Nahezu gleichauf verfolgten 44 Prozent ein B2B-Geschäftsmodell, bei 8 Prozent war keine klare Zuordnung zu einer der beiden Rubriken möglich.

Erfolgskriterien: Worauf bei Kooperationen mit FinTechs zu achten ist

Auch über die Segmentverteilung gibt die PwC-Erhebung Aufschluss. So waren allein 70 der gescheiterten FinTechs im Bereich „Finanzierung“ tätig, bei 53 handelte es sich um sogenannte Proptechs (also Finanz-Start-ups mit Bezug zur Immobilienbranche), es folgen Payment-Firmen (29) und die im Fachjargon InsurTechs genannten Start-ups aus dem Versicherungsbereich (22).

Im Investmentsegment – wozu zum Beispiel sogenannte Robo-Advisor gehören – verzeichnet die PwC-Studie 20 Geschäftseinstellungen. Elf verschwundene FinTechs hatten sich auf Dienstleistungen rund um den Bitcoin oder die Blockchain spezialisiert.

Eine weitere Auffälligkeit: In lediglich 11 Prozent der verschwundenen FinTechs hatte nachweislich eine Venture-Capital-Firma investiert.

 

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