Wechselkurse von Schweizer Banken im Vergleich

Wechselkurse von Schweizer Banken im Vergleich

by January 22, 2018
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moneyland.ch, ein unabhängiger Online-Vergleichsdienst, hat erstmals eine detaillierte Analyse der Fremdwährungskurse von Schweizer Banken durchgeführt.

Fazit: Schweizer Banken verlangen hohe Kursaufschläge. Es gibt aber grosse Unterschiede je nach Bank, Betrag, Währung und Noten- oder Devisenkurs.

Der Handel mit Fremdwährungen ist auch in der Schweiz ein Milliardengeschäft. Dabei verdienen Banken nicht nur mit dem eigentlichen Devisenhandel, sondern auch im Rahmen von alltäglichen Kunden-Transaktionen mit Fremdwährungen im Alltag – zum Beispiel wenn Kunden im In- und Ausland Fremdwährungen an Bankomaten abheben, mit der Debitkarte im Ausland einkaufen oder Banküberweisungen in Fremdwährungen durchführen.

Was vielen Konsumenten nicht bewusst ist: Banken verdienen nicht nur an den Gebühren, die sie für Fremdwährungstransaktionen verlangen, sondern auch an den Aufschlägen gegenüber dem Interbanken-Kurs.

Fremdwährungskurse im Vergleich

moneyland hat im Rahmen einer detaillierten Analyse die Noten- und Devisenkurse für den Ankauf und Verkauf von fünf Fremdwährungen (Euro, US-Dollar, britisches Pfund, thailändischer Baht und schwedische Krone) bei mehr als 40 Schweizer Banken sowie die Notenkurse der SBB und Coop Depositenkasse untersucht. Dafür sind die täglichen Kurse während sechs Stichtagen erhoben und anschliessend ausgewertet und gemittelt worden.

Resultat: Im Durchschnitt sind die verrechneten Fremdwährungskurse teuer – das gilt insbesondere für die Notenkurse. Diese kommen zum Beispiel zur Anwendung, wenn Kunden Fremdwährungen am Bankschalter beziehen.

«Die Unterschiede zwischen Noten- und Devisenkursen sowie zwischen den Kursaufschlägen je nach Währung, Betrag und nach Anbieter sind markant»,

so Michael Burkhard, Analyst von moneyland.ch. Die Kursaufschläge der teuersten Banken sind teilweise mehr als dreimal so hoch wie die Aufschläge der günstigsten Anbieter. Die SBB gehört im Vergleich mit den Schweizer Banken zu den teureren Notenkurs-Anbietern, die Notenkurse der Depositenkasse Coop hingegen gehören zumindest für Euro und US-Dollar zu den günstigsten Angeboten.

 

Noten- und Devisenkurse im Vergleich

Die prozentualen Differenzen zwischen An- und Verkaufskursen – die so genannten Kursspannen oder Spreads – zeigen die anfallenden Kosten (ohne Zusatzgebühren) an, wenn Kunden eine Fremdwährung kaufen und sofort wieder beim gleichen Anbieter verkaufen würden. Kursaufschläge für einen einmaligen Geldwechsel betragen in der Regel die Hälfte der angezeigten Kursspannen.

Die durchschnittlichen Kursspannen betragen für Notenkurse für den Euro 5.16%, für den US-Dollar 7.81%, für das britische Pfund 9.34%, für die schwedische Krone 12.03% und für den thailändischen Baht 14.98%.

Benjamin Manz«Kunden verlieren also rund 15% Ihres Geldes, wenn Sie thailändische Baht zum Notenverkaufskurs kaufen und wieder zum Notenankaufskurs in Schweizer Franken zurückwechseln würden»,

erklärt Benjamin Manz, Geschäftsführer von moneyland.ch. Beim teuersten Anbieter beträgt die Notenkursspanne für den thailändischen Baht sogar mehr als 26%.

Die durchschnittlichen Unterschiede zwischen An- und Verkaufskursen sind für Devisenkurse deutlich kleiner als für Notenkurse. Die durchschnittlichen Kursspannen betragen für Devisenkurse für den Euro 2.92%, für den US-Dollar 3.1%, für das britische Pfund 3.15%, für die schwedische Krone 3.52% und für den thailändischen Baht 5.08%.

 

Noten- und Devisenkurse je nach Anwendungsfall

Je nach Transaktion wird entweder der Notenkurs oder der Devisenkurs verrechnet (vergleiche die tabellarische Auswertung im Anhang). Der Notenkurs ist teurer als der Devisenkurs – je nach Bank und Währung teilweise markant. Für Bargeldbezüge am Schweizer Bankschalter werden sowohl für Kunden als auch Nichtkunden immer Notenkurse verrechnet.

Auch bei Bargeld-Lieferungen nach Hause kommt der Notenverkaufskurs (häufig der Kurs von Swiss Bankers Prepaid Services) zur Anwendung. Bei Überweisungen via Bankkonto und Wertschriftentransaktionen wird hingegen immer der Devisenkurs verwendet.

Komplizierter ist der Fall bei Bargeldbezügen an Bankomaten. An den eigenen Bankomaten wird den Kunden für Bezüge mit der Debitkarte (zum Beispiel Maestro, PostFinance Card oder V-Pay) in der Regel der teurere Notenverkaufskurs verrechnet, an Fremdbankomaten in der Schweiz häufig der Devisenverkaufskurs, an Fremdbankomaten im Ausland praktisch immer der Devisenverkaufskurs.

«Die unterschiedliche Anwendung der Kurse führt dazu, dass der Bargeldbezug mit der Debitkarte an Fremdbankomaten trotz Zusatzgebühren dank des besseren Devisenkurses günstiger ausfallen kann als am Schalter oder Bankomaten der eigenen Bank»,

so Benjamin Manz.

Allerdings gibt es verschiedene Ausnahmen. So gibt es Schweizer Banken wie Raiffeisen, AEK Bank, BKB oder Bank Cler, die auch an den eigenen Bankomaten den günstigeren Devisenkurs oder wie im Fall der Genfer Kantonalbank (BCGE) einen speziellen Bankomaten-Kurs anwenden. Umgekehrt gibt es Schweizer Banken, die auch an Bankomaten anderer Banken den teureren Notenkurs verrechnen. Im Ausland kann zudem der Devisenkurs einer Fremdbank zur Anwendung kommen.

 

Fremdwährungsgebühren im Vergleich

Die Fremdwährungskurse allein geben nicht immer Aufschluss darüber, bei welchem Anbieter der Währungswechsel am günstigsten ist. Erstens können je nach Anwendungsfall und Anbieter unterschiedliche Kurse eingesetzt werden. Zweitens sind die zusätzlichen Gebühren je nach Anwendungsfall unterschiedlich hoch.

Für Inhaber eines Schweizer-Franken-Kontos ist der Bezug von Fremdwährungen bei der eigenen Bank in der Regel spesenfrei. Für Nichtkunden wird aber häufig eine zusätzliche Gebühr – zum Beispiel in der Höhe von 5 oder 10 Franken verlangt. Auch der Bezug von Fremdwährungen am Bankomaten der eigenen Bank mit der Debitkarte ist mit einem Schweizer-Franken-Konto in aller Regel kostenlos.

Gebührenpflichtig sind aber der Regel Bargeldbezüge am Fremdbankomaten. Im Inland werden dafür häufig 5 Franken (manchmal auch 3 oder 4 Franken oder ein anderer Betrag) in Rechnung gestellt. Im Ausland kosten Bargeldbezüge zusätzlich zum Kursaufpreis häufig 5 Franken pro Bezug – weitere Gebühren der ausländischen Bankomat-Betreiber können noch hinzukommen.

 

Fremdwährungen: wo am günstigsten beziehen?

Beispiel Zürcher Kantonalbank: Wer als Kunde der Zürcher Kantonalbank 200 Euro bezieht, zahlte mit dem von moneyland.ch gemittelten Kurs am Schalter und ZKB-Bankomaten rund 238.20 Franken, am Fremdbankomaten in der Schweiz (inkl. Gebühren von 5 Franken plus 0.5%) rund 240.60 Franken und am ausländischen Bankomaten (inkl. Gebühren) ebenfalls rund 240.60 Franken. Ab rund 400 Euro ist der Bezug im Ausland günstiger als am Schweizer ZKB-Bankschalter (sofern der Bankomat im Ausland einen Bezug in dieser Höhe zulässt).

Bei anderen Währungen liegt dieser Grenzbetrag noch tiefer. Bereits ab rund 180 Dollar, 100 Pfund, 3400 Baht und rund 800 Kronen kommt der Bargeld-Bezug für ZKB-Kunden im Ausland günstiger, sofern keine Drittgebühren anfallen.

Bei anderen Banken sieht es ähnlich aus, obwohl es je nach Kurshöhe, Gebühren und Anwendungsfall Unterschiede geben kann. Diese Grenzbeträge können aber auch höher liegen, wie das Beispiel Valiant zeigt: Erst ab rund 280 Dollar, 200 Pfund, 2200 Baht oder 2300 Kronen ist der ausländische Bankomatbezug günstiger.

Als Faustregel lässt sich festhalten: Beim Euro lohnt sich ein Bezug am ausländischen Bankomaten in der Regel erst ab grösseren Beträgen. Allerdings ist es aufgrund der verhältnismässig kleinen Differenzen wenig entscheidend, ob Kunden ihre Euros in der Schweiz zum Notenkurs (ohne zusätzliche Gebühren) oder im Ausland zum Devisenkurs (mit der Debitkarte und zusätzlichen Gebühren) beziehen.

«Gerade bei exotischeren Währungen kommt der Bargeldbezug im Ausland zumindest für grössere Beträge in der Regel günstiger, sofern Sie das Geld mit der EC-Karte an einem seriösen Bankomaten beziehen»,

so Benjamin Manz. Wichtig: Beziehen Sie Ihr Bargeld am Bankomaten immer mit der Debitkarte (EC-Karte), nicht mit der Kreditkarte

«Ausserdem sollten Sie immer in der Landeswährung, nicht in Schweizer Franken zahlen, also auf die so genannte dynamische Währungsrechnung verzichten»,

rät Michael Burkhard. Noch günstiger als der Bargeldbezug am ausländischen Bankomaten kann für grössere Beträge übrigens die direkte Bezahlung mit der Debitkarte sein, da bei dieser geringere Spesen als beim Bargeldbezug anfallen.

 

Häufigkeit der Kurs-Aktualisierungen

Neben den Kursaufschlägen variiert auch die Häufigkeit der Kursfixierungen je nach Anbieter. Manche Banken wie die Raiffeisen, Berner Kantonalbank oder AEK Bank legen ihre Kurse alle 10 bis 15 Minuten fest, manche wie die Credit Suisse (Devisenkurse) stündlich, sechsmal am Tag (Luzerner Kantonalbank), viermal am Tag (Valiant), mindestens dreimal pro Tag (BCV), zweimal am Tag (Schaffhauser Kantonalbank) oder wie die PostFinance nur einmal am Tag.

Je nach Situation und Kurstyp kann es aber Unterschiede geben. In der Regel sind die Kurse für alle Bankfilialen dieselben – bei der UBS können sich die Kurse aber je nach Filiale unterscheiden. Zu den Ausnahmen gehört auch die Migros Bank, die für die Region Genf separate Kurse verwendet.

Unterschiedliche Kurse je nach Betragshöhe

Manche Banken verrechnen unabhängig von der Betragsgrösse jeweils denselben Kurs. «Bei vielen Schweizer Banken können die Fremdwährungskurse aber je nach Betragsgrösse variieren», so Michael Burkhard. Dabei gilt die Faustregel: Je grösser der Fremdwährungsbetrag, desto besser sind die Kurse. Viele Banken offerieren bereits ab 2000 bis 5000 Franken günstigere Fremdwährungskurse. Noch günstiger können die Kurse ab noch grösseren Beträgen wie 50’000, 250’000 oder 1’000’000 Franken sein.

Euro-Kurse im Vergleich

euro bank note

image via Pixabay

Der Unterschied zwischen Ankauf- und Verkaufskursen (so genannte Kursspanne oder Spread) beträgt beim Euro bei den untersuchten Anbietern beim Notenkurs im arithmetischen Mittel 5.16% (der einmalige Aufschlag pro Währungswechsel beträgt rund die Hälfte). Im Durchschnitt verlören die Kunden also etwas mehr als 5% Ihres Geldes, wenn sie Euro als Bargeld zum Notenverkaufskurs bezögen und danach sofort wieder zum Notenankaufskurs in Schweizer Franken zurückwechselten.

Die günstigsten Anbieter verlangen einen Spread von 2.86%, die teuersten mit 7.98% fast dreimal so viel. Beim günstigeren Devisenkurs beträgt der Unterschied zwischen Ankauf- und Verkaufskursen (Spread) im arithmetischen Mittel 2.92%. Die teuersten Anbieter (Spread 3.92%) sind rund doppelt so teuer wie die günstigsten (1.98%).

US-Dollar-Kurse im Vergleich

Image via Pixabay

Der Unterschied zwischen Ankauf- und Verkaufskursen beträgt beim US-Dollar bei den untersuchten Anbietern beim Notenkurs im arithmetischen Mittel 7.81% (der einmalige Aufschlag pro Währungswechsel beträgt rund die Hälfte). Im Durchschnitt verlören die Kunden also fast 8% Ihres Geldes, wenn sie US-Dollar als Bargeld zum Notenverkaufskurs bezögen und danach wieder in Schweizer Franken zurückwechselten.

Die günstigsten Anbieter verlangen einen Spread von 5.05%, die teuersten mit 9.54% fast doppelt so viel. Beim günstigeren USD-Devisenkurs beträgt der Unterschied zwischen Ankauf- und Verkaufskursen (Spread) im arithmetischen Mittel 3.1%. Die teuersten Anbieter verrechnen einen Spread von 3.96%, die günstigsten von 2.38%.

GBP-Kurse im Vergleich

british pound money

image via Pixabay

Der Unterschied zwischen Ankauf- und Verkaufskursen beträgt beim britischen Pfund bei den untersuchten Anbietern beim Notenkurs im arithmetischen Mittel 9.34% (der einmalige Aufschlag pro Währungswechsel beträgt rund die Hälfte). Im Durchschnitt verlören die Kunden also mehr als 9% Ihres Geldes, wenn sie britisches Pfund als Bargeld zum Notenkurs bezögen und danach wieder in Schweizer Franken zurückwechselten.

Die günstigsten Anbieter verlangen einen Spread von 4.05%, die teuersten mit 12.23% rund dreimal so viel. Beim günstigeren Devisenkurs beträgt der Unterschied zwischen Ankauf- und Verkaufskursen (Spread) im arithmetischen Mittel 3.15%. Die teuersten Anbieter verrechnen einen Spread von 3.92%, die günstigsten von 2.38%.

THB-Kurse im Vergleich

thai baht

image via Pixabay

Der Unterschied zwischen Ankauf- und Verkaufskursen beträgt beim thailändischen Baht bei den untersuchten Anbietern beim Notenkurs im arithmetischen Mittel 14.98% (der einmalige Aufschlag pro Währungswechsel beträgt rund die Hälfte). Im Durchschnitt verlören die Kunden also rund 15% Ihres Geldes, wenn sie Baht als Bargeld zum Notenkurs bezögen und danach wieder in Schweizer Franken zurückwechselten.

Die günstigsten Anbieter verlangen einen Spread von 7.69%, die teuersten mit 26.06% mehr als dreimal so viel. Beim günstigeren Devisenkurs beträgt der Unterschied zwischen Ankauf- und Verkaufskursen (Spread) im arithmetischen Mittel 5.08%. Die teuersten Anbieter verrechnen einen Spread von 9.52%, die günstigsten von 3.03%.

SEK-Kurse im Vergleich

Der Unterschied zwischen Ankauf- und Verkaufskursen beträgt bei der schwedischen Krone bei den untersuchten Anbietern beim Notenkurs im arithmetischen Mittel 12.03% (der einmalige Aufschlag pro Währungswechsel beträgt rund die Hälfte). Im Durchschnitt verlören die Kunden also rund 12% Ihres Geldes, wenn sie schwedische Kronen als Bargeld zum Notenkurs bezögen und danach wieder in Schweizer Franken zurückwechselten.

Die günstigsten Anbieter verlangen einen Spread von 7.69%, die teuersten mit 16.03% mehr als doppelt so viel. Beim günstigeren Devisenkurs beträgt der Unterschied zwischen Ankauf- und Verkaufskursen (Spread) im arithmetischen Mittel 3.52%. Die teuersten Anbieter verrechnen einen Spread von 4.97%, die günstigsten von 2.21%.

 

Die ausführliche Vergleichstabellen finden sie hier.

 

 

Featured image via moneyland.ch

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