Kostenloser Aktienhandel in Deutschland

Kostenloser Aktienhandel in Deutschland

by June 9, 2020
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Die Zeiten der Transaktionsorder für Aktienkäufe scheinen zunehmend der Vergangenheit anzugehören. Klassische Brooker bekommen immer mehr Konkurrenten, die vor allem an der Preisschraube drehen. Nachdem der Trend zum kostenlosen Aktienhandel vor einigen Jahren in den USA seinen Anfang nahm, schwappt er nun zunehmend auch nach Deutschland über.

Ein US-Unternehmen verändert den Markt

Banken konnten über viele Jahre relativ unbeschwert von ihren Kunden Gebühren kassieren. Ob für die Kontoführung oder in Form einer Transaktionsorder für Aktienkäufe: Oft gab es für die Kunden keine kostengünstigen oder sogar kostenfreien Alternativen. Diese Zeiten sind mittlerweile vorbei. Gerade im Aktienhandel hat sich einiges getan. Neue Anbieter drängen auf den Markt und üben durch kostengünstige beziehungsweise kostenfreie Angebote einen neuen Druck auf die etablierten Kreditinstitute aus.

Dass ein Aktienhandel fast komplett ohne Kosten für die Kunden abgewickelt werden könnte, schien vor ein paar Jahren noch unmöglich. Nicht umsonst konnten Banken bis zu einem Prozent des Transaktionsvolumens als Gebühren fordern. Mittlerweile hat sich die Kostenlage durch neue Online-Broker aber deutlich verändert. Die Zahl der Aktien-Apps ist in den vergangenen Jahren stark angewachsen, sodass Kunden heute die Qual der Wahl haben.

Viele Online-Broker sind zwar günstig, verlangen meist aber immer noch eine Gebühr im Bereich von 5 bis 50 Euro. Apps wie Robinhood scheinen nun aber selbst diesen Kosten ein Ende zu bereiten. Das Unternehmen ging mit seinem Angebot 2015 an den Start und konnte allein bis Februar 2018 mehr als 3 Millionen Kunden gewinnen. In Deutschland sorgt seit 2019 das Berliner Startup Trade Republic Bank für Aufsehen, das mit einem ähnlichen Konzept auch hierzulande den Markt ändern möchte.

Wie die neuen Anbieter operieren

Das Konzept der neuen Anbieter basiert auf der grundsätzlichen Tatsache, dass keine oder nur sehr geringe Transaktionsgebühren für Aktienkäufe und Verkäufe von den Kunden erhoben werden. Dies ist möglich, da die kostenlosen Broker nicht die klassischen Börsenplätze nutzen, um ihre Orders abzuwickeln. Stattdessen kommen elektronische Marktplätze wie die des Unternehmens Gettex zum Einsatz. Der grosse Unterschied zu Börsenplätzen ist, dass die Kurse sich hier nicht natürlich aus Angebot und Nachfrage ergeben, sondern von den Betreibern praktisch gestellt werden. Allerdings orientieren sie sich an den Kursen der Börsen und versuchen diese zeitnah anzupassen.

Jede Order, die über die kostenlosen Broker getätigt wird, bringt ihnen eine kleine Gebühr ein, welche der Marktplatzbetreiber zahlt. Im Falle von Trade Republic Bank beträgt die Gebühr bei einem Trade im Wert von 100 Euro aber nur Cents. Entsprechend sind die Unternehmen auf ein schnelles Kundenwachstum angewiesen. Die kleinen Einnahmen zahlen sich nur aus, wenn viele Orders getätigt werden. Der Vorteil für Anbieter wie Trade Republik Bank ist dabei, dass vieles automatisiert abläuft. Auf diese Weise können die eigenen Kosten auch bei starkem Kundenwachstum niedrig gehalten werden.

Die neuen kostenlosen Broker könnten mit diesem Geschäftsmodell den Aktienhandel tatsächlich nachträglich verändern. Der Erfolg von Robinhood ist ein erstes Anzeichen dafür, dass das Konzept ankommt. Der Kunde ist in jedem Falle der Gewinner, da die Kosten für den Aktienhandel durch die neue Konkurrenz bei vielen Anbietern in Zukunft noch weiter sinken werden.

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