Mit Peer to Peer Lending und anderen Fintech Lösungen zu höheren Schweizer Renditen

Mit Peer to Peer Lending und anderen Fintech Lösungen zu höheren Schweizer Renditen

by September 20, 2016
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Da sich die Investitionsmöglichkeiten in der Schweiz derzeit in einem negativen Renditeumfeld bewegen, wenden sich die Investoren alternativen Anlageformen zu, um Gewinne zu erwirtschaften.

Im Januar 2015 beschloss die Schweizerische Nationalbank (SNB) eine Negativzinspolitik mit zunehmend strengeren Auflagen. Diese Strategie erschwert es Schweizer Investoren, Zielrenditen zu realisieren. Daher steigt das Interesse an Fintech-Lösungen, die einen Weg aus der Schweizer Investitionskrise weisen.

Durch die optimierte Nutzung mobiler, digitaler Plattformen und modernster Technologien verändern Fintech-Startups heute nicht nur die Art und Weise, wie wir unser Geld verfolgen, verwalten und ausgeben, sie revolutionieren auch die Art und Weise, wie wir Geld anlegen.

Robo advisors

Image by Tatiana Shepeleva via Shutterstock

Die Einführung und Verbreitung von Robo-Advisors zeigt, dass künstliche Intelligenz und komplexe Algorithmen uns helfen können, unser Bargeld effektiv anzulegen, je nach Risikoaversion und für einen Bruchteil der Kosten eines klassischen, d. h. menschlichen, Vermögensmanagers.

Durch die Nutzung von Technologie senken Fintech-Innovatoren die Kosten für Bank- und Finanzdienstleistungen erheblich, und die Einsparungen können an die Verbraucher weitergegeben werden.

P2P Lending

Dies ermöglicht nicht nur die Demokratisierung von Leistungen, die bisher einer kleinen Elite vorbehalten waren, sondern schafft auch neue Geschäftsmodelle und innovative Lösungen, die die finanzielle Inklusion fördern, da sie Verbrauchern, die keinen oder nur beschränkten Zugang zu Finanzdienstleistungen haben, zumindest eine Basisversorgung anbieten.

Obgleich die USA und Grossbritannien mit führenden Akteuren wie Lending Club, Prosper, Zopa und Funding Circle die Zentren der Peer-to-peer-Kredite bleiben, sind auch in der Schweiz in den letzten Jahren einige Plattformen für Peer-to-peer-Lending entstanden. Ziel dieser Plattformen ist es, KMU und Einzelpersonen Alternativen zu den offiziellen Finanzierungsangeboten des Bankensektors zu bieten.

In der Schweiz ist CreditGate24 einer der wichtigsten Akteure der Peer-to-peer-Kredite. Die im März 2015 lancierte Plattform stellt seinen Kunden eine hoch automatisierte Kreditplattform für Privatkredite und Finanzierungsoptionen für KMU zur Verfügung. CreditGate24 berechnet den Kreditnehmern zwischen 0,6 % und 0.8% p.a., den Investoren 1 % auf jede Rückzahlung. Laut einem Bericht des Instituts für Finanzdienstleistungen Zug IFZ und Swisscom haben Peer-to-peer-Kredite sowohl finanzielle als auch nicht-finanzielle Vorteile.

Einer der wesentlichen Vorteile für die Kreditnehmer ist die Tatsache, dass die Zinssätze häufig günstiger sind als bei klassischen Banken. Der Vorteil für die Kreditgeber liegt in der möglicherweise höheren Rendite als bei einem Sparkonto oder anderen Anlageformen, wobei jedoch das Verlustrisiko einzukalkulieren ist. Die Plattform Credigate24 musste bisher bei insgesamt 230 Krediten noch keinen einzigen Ausfall erleiden und hat zudem ein sehr smartes Modell um Verlustrisiken zu diversifizieren.

Peer to peer lending platforms in Switzerland

Image by ConstantinosZ, via Shutterstock

Studenten-Kredite

Darüber hinaus bieten Peer-to-peer-Kredite Anlegern mit sozialem Touch die Möglichkeit, Personen zu unterstützen, die teures Fremdkapital umgehen möchten. So ermöglichen es Plattformen wie Splendit in der Schweiz oder CommonBond und Social Finance Inc. (SoFi) in den USA Studenten, Gelder für ihre Ausbildung zu akquirieren oder Stipendien über Crowdfunding-Kampagnen zu sichern.

Immobilien-Crowdfunding

Neben Krediten für KMU hat sich das Immobilien-Crowdfunding als Renditemöglichkeit für Anleger entwickelt.

Crowdinvesting platforms in Switzerland, real estate

Image by Jan_S, via Shutterstock

2015 wurden über die Plattform Crowdhouse erfolgreich Mittel für den Kauf einer Immobilie gesammelt. Bis April 2016 wurden zwei weitere Objekte für insgesamt 4 Millionen CHF finanziert. Crowdhouse verlangt eine Mindestinvestition von 25.000 CHF und verspricht eine Rendite von 5 bis 6 % p.a. Die Plattformbetreiber verlangen 3 % des Kaufpreises der Immobilie als Provision.

Ein weiterer Akteur in der Schweiz ist HouseInvest.ch, der eine ähnliche Dienstleistung verspricht. Die Plattform ist noch nicht online. In anderen Teilen der Welt führen derzeit Plattformen wie Fundrise, Prodigy Network, iFunding, Realty Mogul und RealtyShares den Markt an.

Rechnung-Finanzierung

Darüber hinaus haben KMU begonnen, Plattformen für die Vorfinanzierung von Debitorenrechnungen zu nutzen, ein Konzept, das die Idee der Peer-to-peer-Kredite auf die Rechnungsfinanzierung überträgt.

Über diese Plattformen können Unternehmen einzelne Rechnungen an Online-Anleger verkaufen, um ihre Liquidität zu verbessern. Zu den bekannten Plattformen für die Vorfinanzierung von Rechnungen gehören Advanon in der Schweiz und InvoiceInterchange in Singapur.

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