In Corona-Krise Treiben Erfolgreiche Firmen ihre Strategischen Initiativen mit Hockdruck voran

In Corona-Krise Treiben Erfolgreiche Firmen ihre Strategischen Initiativen mit Hockdruck voran

by April 9, 2020
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  

In einem Umfeld, in welchem schwaches Management in der Schockstarre verharrt, nutzen andere das Momentum. Das 1×1 des Krisenmanagements funktioniert nicht mehr. 

Der sogenannte ‹Black Swan› wird zum ultimativen Testcase für das Leadership Team und zeigt, wie es um die organisatorische Resilienz steht», sagt Erik Wirz, Managing Partner Wirz & Partners. Der Experte kennt die Risiken und Chancen, mit denen die Managements einzelner Firmen konfrontiert werden. Neben globalen Lieferketten, welche zusammenbrechen, werden die Co-Abhängigkeiten in der globalen Wirtschaft rasend schnell ins Bewusstsein gerückt. Das Thema der strategischen Rekrutierung gewinnt in diesen Zeiten mehr denn je an Bedeutung und Schlüsselpositionen im Top Management müssen kritisch überdacht werden. Gute Führungskräfte werden in der aktuellen Situation sichtbarer denn je und dementsprechend gefragter denn je.

Ein Gespräch mit Erik Wirz, Managing Partner bei Wirz & Partners.

Was ist Ihre Beobachtung, wie Firmen mit der jetzigen Situation umgehen?
Erik Wirz

Erik Wirz

Neben dem Krisenmanagement treiben erfolgreiche Firmen ihre strategischen Initiativen mit  Hockdruck voran. In einem Umfeld, in welchem schwaches Management in der Schockstarre  verharrt und dadurch wertvolle Marktanteile verloren gehen, beobachten wir bei unseren  Kunden, dass diese das Momentum für sich nutzen.

Aktuell wird das Top Management vor komplett neue Herausforderungen gestellt.  Krisenmanagement, wie es die meisten gelernt haben, funktioniert nicht. Neben globalen  Lieferketten, welche zusammenbrechen, werden die Co-Abhängigkeiten in der globalen  Wirtschaft rasend schnell ins Bewusstsein gerückt.

Der Verwaltungsrat sieht sich nicht nur mit neuen, bisher nicht identifizierten operationalen  Risiken konfrontiert, welche teilweise existenzielle unternehmerische Risiken  repräsentieren, sondern auch mit Risiken, welche persönlich zu rechtlichen Konsequenzen  führen können.Der sogenannte «Black Swan» wird zum ultimativen Testcase für das Leadership Team und  zeigt, wie es um die organisatorische Resilienz steht.

Betrifft es nur das Top Management oder auch den Verwaltungsrat?

Auch das operative Management sieht sich mit unerwarteten Herausforderungen  konfrontiert. Allfällig verschlafene, ignorierte oder schöngeredete fehlende Strategien in  Bezug auf die Digitalisierung sind in den letzten Wochen gnadenlos zu Tage getreten.  Im Extremfall führt es zum operativen Stillstand, zum Konkurs der Firma oder es gefährdet  die Gesundheit der Mitarbeiter, weil Home Office seitens der Infrastruktur und der  fehlenden Prozesse nicht effizient umgesetzt werden kann.

Wenn man hier etwas «Positives» rausziehen könnte, was wäre das?

Die Kompetenzen; operationelles Risk Management, Security, sowie die Digitalisierung und  das Transformation Management rücken verstärkt in das Aufmerksamkeit Spektrum des  Verwaltungsrats sowie des Top Managements und erhalten im Licht von Corona ein  komplett neues Gewicht.

Was wird unterschätzt?

Neben den obengenannten Effekten kommt noch ein weiterer Aspekt dazu, die Angst. Die  Organisation wird gelähmt. Die Mitarbeiter arbeiten in einer für die meisten neuen,  ungewohnten Umgebung mit diversen Stressfaktoren, all dies begleitet von der  omnipräsenten medialen Schreckensmeldungsberieselung, welche für viele im Zusammenspiel zu Angst und Unsicherheit führt.

Wo sehen Sie «Opportunitäten»?

Im Führungsstil: Hier zeichnet sich aktuell ein klares Bild, welche Führungskräfte wirkliche  Führungsqualitäten aufweisen. Überlegtes, schnelles Handeln und regelmässige  Kommunikation genügen nicht. Die Organisation muss spüren, dass das Leadership Team  auch emotional engagiert ist. Oberflächliche Phrasenreiterei dringt in solchen Zeiten noch  weniger durch als sonst, hier zählt wirkliches Engagement, Interesse am Menschen, an den  individuellen Problemen jedes Einzelnen. Flexible, pragmatische Lösungen sind gefragt.

Was zählt jetzt?

Top Firmen zeichnen sich aus durch unternehmerische Vorbereitungsmassnahmen, Risk  Management, Cash Management, Variabilität der Kosten, breit abgestützte Lieferketten,  hohe Diversifikation auf der Kundenseite, sowie einen hohen Digitalisierungsgrad.

In diesen Zeiten achtet die Organisation mehr denn je darauf, ob das Führungsteam einen  klaren Plan hat. Zögerliches, unklares, unverbindliches Verhalten des Top Managements  wird mehr denn je zum operativen Risiko, der Verwaltungsrat ist gefordert. Die Qualität des Management Teams sowie der Strategie spiegeln sich in der Konsistenz der  Umsetzung. Wenn die Strategie nicht durch operative Hektik umgeworfen wird, wenn die  Mitarbeiter dem Führungsteam vertrauen, dann wurde hier ein guter Job gemacht.

Gibt es Chancen, wie sieht der «bold move» aus?

Das Thema der strategischen Rekrutierung gewinnt in diesen Zeiten mehr denn je an  Bedeutung. Schlüsselpositionen im Top Management müssen kritisch überdacht werden. In  Krisensituationen ist die Besetzung des Leadership Teams von fundamentaler Bedeutung.  Nicht nur im M&A, auch in der Rekrutierung eröffnen sich aktuell neue Möglichkeiten. Top  Führungskräfte wechseln zu Firmen mit Zukunftsperspektiven, einer Vision, einer klaren  Strategie sowie hohen ethischen Werten. Gute Führungskräfte werden in der aktuellen  Situation sichtbarer denn je und dementsprechend gefragter denn je.

Print Friendly, PDF & Email
The most important Fintech News from Switzerland weekly



  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •  
  •